Emmausgang
Emmaus geschieht heute – mitten in unserem Leben!
Emmaus ist nicht nur eine Geschichte von damals.
Emmaus geschieht heute – mitten in unserem Leben.
Die beiden Jünger sind unterwegs, weg von Jerusalem, weg von ihren zerbrochenen Hoffnungen. Für sie ist alles aus. Das, woran sie geglaubt haben, ist zusammengebrochen.
Kennen wir solche Momente nicht auch? Zeiten der Enttäuschung, der Zweifel, in denen wir fragen: Gott, wo bist du?
Und genau dort, auf diesem Weg, kommt Jesus dazu. Still und unauffällig. Er drängt sich nicht auf – aber er geht mit. Er hört zu. Er nimmt ihre Sorgen ernst.
Dann beginnt sich etwas zu verändern. Nicht durch ein spektakuläres Wunder, sondern durch Nähe, durch Worte, durch sein Dasein.
Später sagen sie: „Brannte nicht unser Herz?“
Auch wir kennen solche Augenblicke: Ein gutes Gespräch, ein tröstendes Wort, ein Lichtblick in dunkler Zeit. Momente, in denen etwas in uns neu lebendig wird.
Und schließlich, beim Brotbrechen, erkennen sie ihn. Plötzlich ist alles anders. Hoffnung kehrt zurück. Der Weg bekommt einen neuen Sinn. Emmaus geschieht auch heute.
Wir sind unterwegs mit unseren Fragen und Sorgen – und Christus geht mit. Im Wort, das wir hören. Im Brot, das wir empfangen. In der Gemeinschaft, die wir erleben.
Vielleicht erkennen wir ihn nicht sofort. Vielleicht erst im Rückblick.
Aber er ist da. Er geht mit uns. Und er will auch unser Herz zum Brennen bringen.
Gebet
Herr Jesus Christus,
stiller Begleiter auf unserem Weg,
geh mit uns, wenn wir traurig sind,
hör uns zu, wenn unser Herz schwer ist.
Öffne unsere Augen und unser Leben,
lass uns erkennen, dass dein Licht stärker ist als jede Dunkelheit.
Bleibe bei uns in dunklen Stunden,
und lass unser Herz brennen, wenn du zu uns sprichst.
Schenke uns, dich zu erkennen –
im Wort, im Brot, in den Menschen um uns.
Begleite uns auf unserem Weg,
heute und alle Tage.
Amen.
Pfarrer Sebastian Edakarottu
