Karfreitag
Karfreitag: „Gemeinsam unter dem Kreuz“
„Seht das Holz des Kreuzes,
an dem das Heil der Welt gehangen.“
Liebe und Schmerz gehören zusammen.
„Ubi amor, ibi dolor“ – wo Liebe ist, ist auch Schmerz.
Am Karfreitag stehen wir vor dem Kreuz Jesu.
Vor dem Leid eines Unschuldigen.
Vor dem Leid Gottes selbst.
Und wir denken an das Leid unserer Welt:
an Krieg, an Angst, an Flucht,
an Menschen in der Ukraine, im Nahen Osten,
an so viele Orte der Unruhe.
Wir denken an die Verletzten, die Trauernden,
an die, die alles verloren haben.
Und vielleicht auch an unser eigenes Leid.
Wie Maria und Johannes stehen wir da.
Hilflos.
Ohnmächtig.
Sie konnten nichts ändern.
Aber sie sind geblieben.
Und vielleicht ist das die erste Botschaft des Karfreitags:
Dableiben.
Nicht wegsehen.
Beim Menschen bleiben.
Denn Gott ist nicht fern.
Er ist mitten im Leid.
Am Kreuz ist er bei allen, die leiden.
Wo Leid ist, kann Mitgefühl wachsen.
In kleinen Gesten:
im Zuhören, im Trösten, im Helfen.
Das verändert die Welt –
leise, aber wirklich.
Unter dem Kreuz entsteht Gemeinschaft.
Jesus verbindet Menschen miteinander.
Auch wir sind eingeladen:
füreinander da zu sein,
das Leid zu teilen,
nicht gleichgültig zu werden.
Wenn wir auf das Kreuz schauen,
erkennen wir:
Die Liebe ist stärker als Hass.
Stärker als Gewalt.
Stärker als der Tod.
So gehen wir weiter –
mit unseren Fragen,
mit unserem Schmerz,
aber auch mit Hoffnung.
Denn Gott ist da.
Im Leid der Welt.
Und in der Liebe, die wir einander schenken.
Gebet
Herr Jesus Christus,
wir stehen unter deinem Kreuz –
mit den Wunden der Welt.
Sei du uns nahe.
Lehre uns zu bleiben
und zu lieben.
In deine Hände legen wir alles.
Deine Liebe ist stärker.
Amen.
