Gründonnerstag
Die Liebe kniet nieder –
vor staubigen Füßen,
vor müden Menschen, …
Wir hören zwei Dinge:
das letzte Abendmahl
und die Fußwaschung.
Beides zeigt das Gleiche:
Gott liebt uns –
und zwar nicht von oben herab,
sondern ganz nah.
Im Evangelium erzählt Johannes nicht vom Brot.
Er erzählt von Jesus Christus,
der sich hinkniet
und seinen Freunden die Füße wäscht.
Das ist eigentlich verrückt.
Der, der größer ist als alle,
macht sich kleiner als alle.
Er kniet.
Er dient.
Er liebt.
Und genau das ist die Botschaft von heute:
Echte Liebe zeigt sich nicht in großen Worten,
sondern in dem, was wir tun.
Vielleicht nicht mit Wasser und Schüssel –
aber im Alltag:
wenn ich zuhöre,
wenn ich Geduld habe,
wenn ich jemanden nicht fertig mache,
wenn ich vergebe.
Gründonnerstag fragt dich und mich:
Wo drücke ich mich davor, gut zu sein?
Wo könnte ich heute „die Füße waschen“ –
also einfach menschlich handeln?
Beim Abendmahl zeigt Jesus Christus noch mehr:
Gott gibt sich selbst.
Für uns.
So wie wir sind –
nicht perfekt,
nicht stark,
sondern einfach wir.
Und genau so sind wir heute eingeladen.
Ich lade jetzt alle ein,
die bei der Fußwaschung mitmachen möchten.
Denn dieses Zeichen sagt:
Wir gehören zusammen.
Keiner ist besser als der andere.
Und Gott ist mitten unter uns.
Herr,
lehre uns eine Liebe,
die nicht nur redet,
sondern handelt.
Amen.