Glasfenster

Die von Dr. Gottfried Reszner im Kirchenschiff gestalteten Glasfenster haben das Sechs-Tage-Werk der Schöpfung zum Inhalt.

Die Fenster zum ersten, zweiten und dritten Schöpfungstag sind den Fenstern zum vierten, fünften und sechsten Schöpfungstag gegenübergestellt und bieten in ihrer meditativ-abstrakten Darstellung Raum für individuelle Interpretation und persönliche Vertiefung. Die Anordnung betont die symmetrische Grundkonzeption und konzentriert den Blick auf den Altarbereich.

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Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
Finsternis lag über der Urflut,
und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.

Gott schied Wasser von Wasser.
Das Gewölbe oberhalb des Wassers nannte Gott Himmel.

Das Licht des Tages und die Finsternis der Nacht begegnen sich in Gott.

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Das Trockene unterhalb des Himmels nannte Gott Land,
und das angesammelte Wasser nannte er Meer.

Das Land lasse junges Grün wachsen,
alle Arten von Pflanzen, Bäumen und Früchten.

Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, damit sie über die Erde hin leuchten, über Tag und Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden.

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Das Wasser soll Raum für lebendige Wesen sein, und Vögel sollen über dem Land am Himmelsgewölbe dahinfliegen.

Alle Arten von Tieren sollen das Land bevölkern.

Zuletzt schuf Gott den Menschen - als sein Abbild. Er soll wachsam über der gesamten Schöpfung stehen.

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Für die bildnerische Umsetzung des Erlösungsmotivs in den Glasfenstern links und rechts vom Altar  ließ sich Gottfried Reszner von Teilhard de Chardins Idee des „kosmischen Christus“ inspirieren:

Trotz ihrer Geburtswehen, Leiden und Nöte krümmen sich alle Entwicklungslinien der Schöpfung wie ein Kreuzrippengewölbe evolutionär auf den Schlussstein Christus, das Alpha und das Omega des Universums, hin zusammen. 

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Für den Geist, der die ganze Schöpfung in jedem Augenblick neu macht und ein Leben in Fülle verheißt, wählt Reszner das Flammenmotiv in dessen engem Zusammenhang mit der Pfingstpredigt des Petrus:

„... Es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht der Herr, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch ... Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden!“ (Apg 2, 16-21)

Der gesamte Altarbereich ist als Interpretation des siebenten Schöpfungstages zu verstehen. Gott erschuf alles aus dem Nichts, segnete den siebenten Tag und erklärte ihn für heilig. Er ist auch als Bekenntnis einer Haltung zu sehen:

Gott ist unsere Mitte und Tiefe.