Was ist ein Anbetungstag?

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Was ist ein Anbetungstag?

In der Kirche des Mittelalters entwickelte sich eine stark ausgeprägte Frömmigkeitsform der Verehrung der Eucharistie. Der Leib Christi sollte nicht nur beim Gottesdienst empfangen werden, sondern auch darüber hinaus öfters „mit den Augen“ betrachtet und angebetet werden. In der „Monstranz“ wird das Jesus-Brot auf den Altar gestellt. Das nennen wir Aussetzung, weil der Leib Christi aus dem Tabernakel herausgenommen wird. Das Wort Monstranz kommt von Herzeigen: In einem schön verzierten Altargerät, das ein Fenster enthält, können die Menschen, die davor beten, das heilige Brot anschauen.

Auch das Fronleichnamsfest entstand zu dieser Zeit und will das Jesus-Brot von der Kirche in die Welt hinaus tragen.

Vielfältige Formen der Anbetung des Leibes Christi entstanden und sind im Entstehen bis heute. So gibt es beispielsweise in der Pfarre Pinkafeld eine sogenannte „ewige Anbetung“, das heißt, zu jeder Tages- und Nachtzeit stellen sich eine oder mehrere Christen zur Verfügung, um vor dem Leib Christi in der Monstranz zu beten.

Eine ähnliche Absicht steckt hinter dem sogenannten „Anbetungstag“: alle Tage des Jahres sind zur Anbetung verteilt auf einzelne Kirchen in der Diözese, sodass das ganze Jahr über immer irgendwo in der Diözese vor dem Leib Christi gebetet wird. Selbstverständlich gibt es solche Anbetungstage auch in unserer Pfarrgemeinde, und zwar immer am….

Natürlich kann man auch ohne Aussetzung des Leibes Christi beten – Gott hört uns immer zu. Trotzdem sehe ich in dieser Frömmigkeitsform eine große Chance: sie erinnert uns regelmäßig daran, dass Jesus uns ein unendlich großes Geschenk gemacht hat und weiterhin macht: ER VERSCHENKT SICH SELBST AN UNS.

Nehmen wir uns ab und zu ein bisschen Zeit, dieses Geschenk zu betrachten.

Kaplan Matthias