Ist Ostern das wichtigste Fest der Christen?

Ist Ostern das wichtigste Fest der Christen?

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen und hat seine Wurzeln bereits im Alten Testament, der heiligen Schrift der Juden (und natürlich auch der Christen). Israel dankt beim jährlichen Pessachfest für die Befreiung aus Ägypten, den Durchzug durch das Schilfmeer und die Schenkung des Landes, in dem "Milch und Honig fließen". Gott stellt sich Moses vor als "Ich bin da". Er sagt mit seinem Namen bereits, dass er anders ist als die Götzen der Heiden, die Israel natürlich gekannt hat und denen von Israels Nachbarn sogar Menschenopfer dargebracht wurden. Er ist ein persönlicher Gott, der mit seinem Volk ist.

Darum lesen wir Christen in der Osternachtsfeier auch die zentralen Stellen des Alten Testamentes vor. Die Schöpfungsgeschichte zeigt uns, dass Gott die Welt und den Menschen erschaffen hat. Wie wunderbar hat er die Schöpfung erneuert, in dem er seinen Sohn gesandt hat, um das Böse, das sich eingeschlichen hat, hinwegzunehmen? Die Erzählung vom Auszug aus Ägypten durch das Meer zeigt uns nicht nur die Befreiung von einer überlegenen weltlichen Großmacht, sondern sie weist uns auch hin auf die Taufe, die uns aus der Sklaverei der Sünde befreit. Darum segnen wir in der Osternacht auch das Taufwasser.

Gott sendet seine Propheten, die den Menschen zeigen sollen, wie sie gut und menschenwürdig leben können. Der wichtigste von ihnen ist wiederum Jesus, der uns die Liebe zu Gott, unserem Vater, zu uns selbst und  zu unseren Mitmenschen vorsagt und vorlebt. Er lebt  die Liebe  so radikal, dass er sich sogar wie ein Verbrecher hinrichten lässt, um den Kreislauf des Bösen zu durchbrechen. Die Liebe besiegt die Gewalt. Derselbe Jesus eröffnet allen (!) Menschen, die sich der Liebe nicht endgültig verweigern, den Himmel, das "Land", in dem auf ewig "Milch und Honig fließen", und wo es kein Leid mehr gibt. Irgendwie logisch, dass dieses Fest von Tod und Auferstehung Jesu das höchste Fest der Christen ist.

Kaplan Matthias